Unter dem Motto „Nie wieder“ hat der 1. FC Nürnberg im Max-Morlock-Stadion am 30. Januar gemeinsam mit Schülerinnen aus der Sabel-Realschule Nürnberg ein eindrucksvolles Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt.

Im Rahmen der bundesweiten Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“, die jedes Jahr um den 27. Januar an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz erinnert, hatte der Club die Gewinner des Jenö Konrad-Cups 2025 eingeladen – deren Projekt „Eva“ wurde als herausragende Auseinandersetzung mit Antisemitismus ausgezeichnet.

Vor 26.000 Stadionbesuchern verlas Sophie, eine der Hauptdarstellerin des Films, ein persönliches Statement, das die Botschaft klar auf den Punkt brachte: gegen Ausgrenzung, Menschenfeindlichkeit und jede Form von Hass einzustehen. Vorab erkläre Eva, die Hauptdarstellerin des Films, warum dieses Thema sie bewegt und welche Bedeutung Solidarität und Zivilcourage für junge Menschen heute haben.

Der 1. FC Nürnberg betont mit dieser Aktion einmal mehr seine gesellschaftliche Verantwortung. Der Club erinnert nicht nur an die historischen Verbrechen der NS-Zeit, sondern fordert auch heute zu aktivem Engagement gegen Antisemitismus und Diskriminierung auf. Die Sabel Realschule unterstützt das Projekt „Jenö Konrad Cup“ seit Jahren und durfte sich bereits zwei Mal in die Siegerliste eintragen.

„Sport ist nie unpolitisch“, sagt der Verein in seinem Gedenkbeitrag, „und wir stehen gemeinsam dafür, dass Menschenrechte, Respekt und gemeinschaftlicher Zusammenhalt gelebt werden.“ Interessierte Schulklassen werden auch in den nächsten Jahren das Projekt „Jenö Konrad Cup“ tatkräftig unterstützen.

Abschließend das Statement von Sophie:

Liebe Club-Fans, liebe Fans von Preußen Münster, 

ich bin Sophie von der SABEL Realschule Nürnberg.
Unser Film „Eva“ erzählt keine Geschichte von früher. Er zeigt ein Problem von heute. Antisemitismus ist nicht verschwunden. Er hat sich angepasst.

Zwischen Jenö Konrad 1932 und meiner Mitschülerin Eva liegen über 90 Jahre. Wer glaubt, das habe nichts mehr miteinander zu tun, irrt. Es ist derselbe Hass. Nur moderner. Nur besser versteckt.

Antisemitismus passiert nicht irgendwo. Er passiert hier. In Schulen. In Chatgruppen. In Kommentaren. Dort, wo viele wegsehen.

Wir müssen uns fragen: Wie kann es sein, dass Menschen wieder Angst haben, ihre Identität zu zeigen? Dass Ausgrenzung wieder normal wird?

Antisemitismus beginnt nicht mit Gewalt. Er beginnt mit Sprüchen, die „nicht so gemeint“ sind. Mit Vorurteilen, die man stehen lässt. Mit Schweigen. Und Schweigen schützt nicht die Opfer – es schützt die Täter.

Niemand kann heute sagen, er habe nichts damit zu tun. Jede und jeder trägt Verantwortung. Nicht morgen. Jetzt.

Seid aktiv. Mischt euch ein.

Seid laut. Widersprecht, wenn gehetzt wird.

Seid solidarisch. Steht an der Seite der Betroffenen.

„Nie wieder“ ist kein Satz für Gedenktage. Es ist eine Verpflichtung. Jeden Tag.

Wenn wir heute nicht handeln, wiederholt sich Geschichte nicht plötzlich – sie wiederholt sich schrittweise.

Lasst nicht zu, dass Hass unseren Zusammenhalt zerstört.

Wir sind mehr. Und gemeinsam können wir ihm entgegentreten.

Denn nie wieder ist nicht irgendwann.

Nie wieder ist jetzt.